Einspeisemanagement nach § 6, 9, 11 und 12 EEG 2014

PV- Erzeugungsanlagen von mehr als 30 kW und höchstens 100 kW müssen sich zur Vermeidung von Netzüberlastungen am Einspeisemanagement des Netzbetreibers, an dessen Netz sie angeschlossen sind, beteiligen. Dies ist nach § 9 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes vom 21. Juli 2014 (EEG), das zuletzt durch Artikel 4 des Gesetzes vom 22. Juli 2014 geändert wurde, geregelt. PV-Anlagen bis 30 kW können sich wahlweise am Einspeisemanagement beteiligen oder Ihre Einspeiseleistung dauerhaft auf 70% der Erzeugungsleistung beschränken.

Die Pflicht zur Installation der Einrichtung zur ferngesteuerten Reduzierung der Einspeiseleistung sowie zur Übernahme der damit verbundenen Kosten trifft den Anlagenbetreiber. Kommt der Anlagenbetreiber dieser Verpflichtung nicht nach, so verringert sich nach §25 Abs. 1 EEG die Förderung auf den Monatsmarktwert, solange er dagegen verstößt.

Die gesetzliche Grundlage für das Einspeisemanagement bildet das Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien (Erneuerbare-Energien-Gesetz-EEG) §§ 6,9,11 und 12 EEG.

Informationen dazu finden Sie hier:

(PDF 417kB) Einspeisemanagement EEG 2014

(PDF 56kB) Einspeisemanagement Bestätigung 2016

 

Technische Einrichtung zum Zwecke

Anlagengröße

Abruf der Isteinspeisung RLM-Messung Ferngesteuerte Reduzierung Einspeisung auf max. 70% der Leistung reduzieren
Alle EEG/KWKG >100 kW Ja Ja Nein
PV 30 - 100 kW Nein Ja Nein
PV <30 KW (wahlweise) Nein Entweder Oder

Übergangsfristen zur Umsetzung des Einspeisemanagements

Das EEG bezieht auch Erzeugungsanlagen, die vor dem 01.01.2012 ihren Betrieb aufgenommen haben, in die Umsetzung des Einspeisemanagements ein. Im § 100 EEG 2014 sind die Übergangsbestimmungen zur Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben festgelegt.

Wesentliche Übergangsfristen

· Bis zum 30.06.2012 sind Photovoltaikanlagen mit einer Leistung größer als 100 Kilowatt mit technischen Einrichtungen auszurüsten, die es dem Netzbetreiber gestatten, die Einspeiseleistung ferngesteuert zu reduzieren und die jeweilige Ist-Einspeisung abzurufen.

·Bis zum 31.12.2013 sind Photovoltaikanlagen mit einer Leistung größer als 30 bis max. 100 Kilowatt mit technischen Einrichtungen auszurüsten, die es dem Netzbetreiber gestatten, die Einspeiseleistung ferngesteuert zu reduzieren.

Entschädigungsansprüche nach § 15 EEG

Wird die Einspeisung von Strom durch die Anwendung von Maßnahmen des Einspeisemanagements gemäß § 14 EEG 2014 reduziert, so sind die davon betroffenen Anlagenbetreiberinnen und Anlagenbetreiber zu entschädigen. Der Netzbetreiber, in dessen Netz die Ursache für den Regelungsbedarf liegt, hat die Kosten dafür zu tragen. Richtlinien für die Ermittlung der Höhe der Entschädigung bilden:

· Der Leitfaden der Bundesnetzagentur zum Einspeisemanagement in der Version 2.1 vom 07.03.2014 sowie

· die gemeinsame Verbändeempfehlung von BDEW, VKU, BEE, BWE, BDW, Fachverband Biogas, BSW-Solar, AGFW und IVG vom 13.01.2012.

Kosten

Die Kosten für die Umsetzung der gesetzlich vorgeschriebenen Maßnahmen trägt der Anlagenbetreiber.

Einmalige Kosten für die Anschaffung:

Funkrundsteuergerät: 360€

Kosten für den Betrieb der Geräte:

Funkrundsteuergerät: 28 € / Jahr

Lastgangzähler: gemäß gültigem Preisblatt

Haftungsausschluss

Bitte beachten Sie, dass die auf den Seiten der ew-schmid gmbh zur Verfügung gestellten Informationen zum Einspeisemanagement nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt sind. Sie stellen aber keine rechtsverbindliche Aussage dar.

Maßgeblich bzgl. der notwendigen technischen Ausstattung gemäß § 9 EEG 2014 sind

· die gesetzlichen Vorschriften,
· einschlägige gerichtliche Urteile,
· ggf. die Entscheidungen der Clearingstelle zu diesem Themenkomplex,
· sowie die technischen Mindestanforderungen des Netzbetreibers.